Shenial

Shiatsu

Shiatsu ist Körper- und Energiearbeit mit physischem Druck und Dehnungen des Körpergewebes.(1) Das Hauptziel ist, den Menschen und dessen Energie (Ki) durch den Ausgleich von Anspannung und Enstpannung zu balancieren.(2)

Befundung in der Behandlung 

 Um das Befinden einzuschätzen werden zur Befundung einfache dynamische Systeme wie Yin und Yang, Kyo und Yitsu sowie die fünf Wandlungsphasen verwendet.(3) Das Gegensatzpaar Kyo und Yitsu beschreibt körperliche und energetische Qualitäten und Zustände im Körper und in den Meridianen. Kyo bedeutet vor allem Leere, Mangel und Verborgenes. Jitsu bedeutet Fülle, Überfluss und Oberfläche.(4) Befundung heißt Verstehen und nützt alle Quellen der Wahrnehmung.(5) Von besonderer Bedeutung ist die Befundung durch Berührung, welche auf Japanisch als Setsu Shin bezeichnet wird.(6) Mon Shin ist die Befundung durch eine Gesprächsführung. Bun Shin steht für die Wahrnehmung über den Geruchssinn und das Gehör. Bo Shin beschreibt die Betrachtung von Haltung, Mimik u.v.m. 

Die Behandlungen erfolgen meist auf einer Matte am Boden. Die Klient/inn/en ruhen bekleidet in Bauch-, Rücken-, Seiten-, oder Sitzposition. Auch auf der Liege kann behandelt werden. 

Je nach Bedarf und Wunsch werden Körperübungen und Meditationen erlernt. 

Beschreibung von Begrifflichkeiten

Der Begriff „Ki“ beschreibt die Lebenskraft oder Energie, die grundlegende Substanz in der fernöstlichen Medizin (und auch in anderen Kulturen). Ki findet sich in der Natur im prämolekularen Bereich wie in körperlichen, seelischen und spirituellen Manifestationen. Meist wird Ki mit „Energie“ übersetzt. Ki kann verstanden werden als die Fähigkeit der Welt und des Körpers sich selbst zu organisieren.(7)

Die Begriffe „Shi“ = Finger und „Atsu“ = Druck stammen in der heutigen Form aus Japan, und wurden in den USA weiterentwickelt. Shiatsu verbindet traditionelles Wissen mit Theorien und Techniken westlichen Ursprungs (wie z.B. Physiotherapie, Psychologie).(8) 

Masunaga, Professor für Psychologie an der Universität von Tokyo, förderte die Rückkehr traditioneller Spiritualität zum Shiatsu. Das grundlegende Prinzip hinter Shiatsu und Zen ist, so betonte er, ein resonanzbereiteres Leben zu ermöglichen.(9) Zen und Shiatsu können nicht nur verstandesmäßig erklärt werden, sondern sie müssen mit dem ganzen Wesen erfahren werden.(10)

Das Resonanzprinzip bedeutet in der Physik das Mitschwingen von Körpern, Molekülen oder Atomen, ähnlich wie Begeisterung, die ansteckend wirkt.(11) Oschman beschreibt die Resonanz als elektromagnetische Wechselwirkung zwischen Molekülen.(12) Resonanz findet in zwischenmenschlicher Kommunikation statt und ist eine Grundlage für das Gefühl von Gemeinschaft. Dämpfungsfaktoren für die Schwingungsfähigkeit von Körpern sind Anspannung als Folge von Stress, Angst, Ehrgeiz u.a.m. Shiatsu verfolgt das Ziel Menschen schwingungsfähiger zu machen.(13)

(1)  vgl. Beresford-Cooke, Carola (2012): Shiatsu – Grundlagen und Praxis – Mit einem Geleitwort von Thomas Myers. 3. Aufl. München: Urban&Fischer. 

(2) vgl. Robinson, Nicola; Lorenc, Ava; Liao, Xing (2011): The evidence for Shiatsu: a systematic review of Shiatsu and acupressure, London, Online im WWW unter URL: http://bmccomplementalternmed-1biomedcentral-1com-1b46ht9pq23ac.han3.donau-uni.ac.at/track/pdf/10.1186/1472-6882-11-88?site=bmccomplementalternmed-1biomedcentral-1com-1b46ht9pq23ac.han3.donau-uni.ac.at (Stand: 19.10.2017)

(3) vgl. Tinkhauser, Katja (2010): Die Auswirkungen von Shiatsu auf psychische Parameter – Ein Vergleich von Shiatsu und Autogenem Training bezüglich ihrer Effekte auf Befindlichkeit, Stressempfinden und Körperbild. Saarbrücken: Müller.  

(4) vgl. Rappencker, Wilfried (Hrsg.) (2013): Fälle aus der therapeutischen Shiatsu-Praxis. 1. Aufl. München: Elsevier. 

(5) vgl. Rappenecker, Wilfried (2006): Diagnose heißt Verstehen – Der Diagnsoeprozess im Shiatsu, Deutschland, Online im WWW unter URL: http://www.schule-fuer-shiatsu.de/images/pdf_deutsch/W.Rappenecker_DiagnoseD.pdf (Stand:20.10.2017)

(6) vgl. Masunaga, Shizuto; Ohashi, Wataru (2006/1977): Das große Buch der Heilung durch Shiatsu – Das Standardwerk über Theorie und Praxis der japanischen Heilmassage. Frankfurt: S. Fischer. 

(7) vgl. Rappenecker, Wilfried (Hrsg.) (2013): Fälle aus der therapeutischen Shiatsu-Praxis. 1. Aufl. München: Elsevier.

(8) vgl. Tripp, Eduard (2017): Berufspolitik in Österreich – Geschichte, Rahmenbedingungen, Anforderungen und Herausforderungen, Österreich, Online im WWW unter URL: http://oeds.at/fileadmin/user_upload/intern/Berufspolitik_in_OEsterreich.pdf (Stand: 23.10.2017)

(9) vgl. Masunaga, Shitsuto; Ohashi, Watura (2006/1977): Zen Shiatsu: How to Harmonize Yin and Yang for Better Health, zit.n.: Beal, Margaret (2000): Acupuncuture and Oriental Body Work: Traditional and Biomedical Concepts in Holistic Care: History and Basic Concepts. In: Holistic Nursing Practice 14 (3), S. 69 – 78. 

(10) vgl. Maunaga, Shitsuto; Ohashi, Wataru (2006/1977): Das große Buch der Heilung durch Shiatsu – Das Standardwerk über Theorie und Praxis der japanischen Heilmassage. Frankfurt: S. Fischer.

(11) vgl. Tinkhauser, Katja (2010): Die Auswirkungen von Shiatsu auf psychische Parameter – Ein Vergleich von Shiatsu und Autogenem Training bezüglich ihrer Effekte auf Befindlichkeit, Stressemfpinden und Körperbild. Saarbrücken. Müller.

(12)  vgl. Oschmann, James L. (2009): Energiemedizin – Konzepte und ihre wissenschaftliche Basis. 2. Aufl. München: Urban & Fischer.

(13) vgl. Rappenecker, Wilfried (2016): Resonanz in der Körpertherapie, Deuschland, Online im WWW unter URL: http://www.schule-fuer.shiatsu.de/image./pdf_deutsch/W.Rappenecker_Resonanz.pdf (Stand: 27.10.2017)